Mensch

Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren, wuchs in einem Pfarrhaushalt in Nauwalde (Sachsen) auf. 2001 gründete sie mit der Songwriterin Marlen Pelny die Literaturprojekte augenpost und ohrenpost, für die sie Gedichte an Bauzäune klebte, auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete und erste Lesekonzerte gab. 2005 schloss sie ein Magisterstudium der Religionswissenschaft und modernen Indologie in Leipzig ab, 2010 folgte ein Diplom am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihre ersten beiden Gedichtbände erschienen in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke in Leipzig, mit Marlen veröffentlichte sie dort auch ihr erstes Album vertonter Gedichte. Im Frankfurter Verlag Schöffling & Co. folgten die vielgelobten Erzählbände „Flamingos“ und „Buch gegen das Verschwinden“, der Gedichtband „Dickicht“ sowie das zweite gemeinsame Album mit Marlen Pelny “Märzwald“. Ihr jüngster Gedichtband „ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“ wird von einem Minialbum begleitet, das exklusiv über die Autorin bestellt werden kann. Sie ist Mitherausgeberin des Jahrbuchs der Lyrik 2017. Seit 2011 lebt sie mit ihrer Familie in Berlin.


Preiselbeeren

2006 Lyrikpreis Meran, Hertha Koenig-Förderpreis (Laudatio von Ulla Hahn)

2007 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Aufenthaltsstipendium in Sydney

2008 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben, Ernst Meister-Förderpreis der Stadt Hagen

2009 Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen (Laudatio von Ulrike Draesner), Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt, Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin

2010 Silberschweinpreis des Literaturfestivals Lit.Cologne, Aufenthaltsstipendium im Bodman-Haus Gottlieben (CH), Stadtschreiberin in Helsinki, Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage

2012 Märkisches Stipendium für Literatur (Prosa), Droste-Förderpreis der Stadt Meersburg (Lyrik)

2013 Teilnehmerin der Berliner Autorenwerkstatt „Das zweite Buch“ am Literarischen Colloquium Berlin (Prosa)

2014 Arbeitsstipendium für Schriftstellerinnen der Kulturverwaltung des Berliner Senats (Prosa)

2015 Writer in Residence an der University of Nottingham (UK)

2016 Erster Platz im „English Pen translation Pitch“ (UK) und „PEN/Heim Translation Fund Grant“ (USA) für Karen Leeders englische Übersetzungen „Thick of it“

2017 Poetikdozentur Mainz, Poetin in Residence an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und an der Villa Concordia Bamberg


Meinungen

Überhaupt:

„Ihr bisheriges Schaffen ist geprägt von einer Sprachlust, die auf scheinbar spielerische wie kunstvolle Weise den Lesern, zwischen den Zeilen, neue literarische Horizonte öffnet.“ — Aus der Jurybegründung für den Droste-Förderpreis 2012

„Sie spricht ihre Gedichte nicht, sie singt sie fast, sirenenhaft“ Nürnberger Zeitung

„Es ist eine Lust, ihre Stimme zu hören, ihr völliges Dabeisein zu spüren und eine Sprachkultur vom Feinsten geboten zu bekommen.“ Ostthüringer Zeitung

Über „ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“:

„Sandig schafft Welten voller mythischer Bilder, die sich tief ins Bewusstsein eingraben.“ Matthias Ehlers, WDR.

„Ulrike Almut Sandigs Gedichtbuch ist ein außergewöhnliches Statement im lyrischen Allerlei unserer Tage, und selbst für jene Gedichte, die grandios scheitern, möchte man ihr applaudieren.“ Tom Schulz, Tageblatt.

„Die Erfahrung von Gewalt ist das wohl wichtigste Thema in diesem neuen Lyrikband. Aber trotzdem ist Ulrike Almut Sandig auch in ‚Ein Feld voller Raps‘ keine im strengen Sinn engagierte, politische Lyrikerin. Sie klagt nur an, indem sie darstellt. Sie nimmt nicht Partei, überlässt die Wertung Lesern und Hörern.“ Hans-Peter Kunisch, WDR3.

„Reinste Gesellschaftskritik auf der Folie der Märchen.“ Elke Engelhardt. Signaturen.

„Lyrische Tableaus von beträchtlichem Reiz, die unter Bezugnahme auf Malerei, Musik und in Variationen von Grimms Märchen kritische Türen einschlagen.“ Beate Tröger, Der Freitag.

„Vielseitige Abenteuerreisen, in wenig erkundete Gebiete.“ Kai U. Jürgens, Kieler Nachrichten.

„Wer Poesie mag, sollte diesen Band kaufen. Wer keine Poesie mag, sollte diesen Band kaufen.“ Büchervorstellung, Buchladen am Freiheitsplatz.

„Von diesem Staunen ist ihr sprechendes Buch erfüllt, vom genauen Blick, aber auch von der Freude am Neuzusammensetzen der wahrgenommenden Welt.“ Florian Balke, FAZ.

„Ulrike Almut Sandig schafft in der deutschen Gegenwartsliteratur den Genrespagat zwischen Lyrik und Prosa.“ Frankfurter Rundschau.

„Ulrike  Almut Sandig sieht in Deutschland, dem Land von Pegida und AfD, ein „Schlauraffenland“, so die auf der Freilichtbühne (Erlangen) enthusiastisch rezitierende junge Lyrikerin. Man verläuft sich in den Einkaufszentren oder strandet auf den ‚braun verschlammten Straßen‘. Aus den Türhütern, die Kafka zu literarischen Figuren der Ausweglosigkeit gemacht hat, sind Türsteher geworden, die vor deutschen Städten und Dörfern Einlasskontrollen durchführen: ‚Meine Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer, das ist auch der Türsteher davor.'“ Anna Steinbauer, Süddeutsche Zeitung.

„Ulrike Almut Sandigs neues Buch — das mit dem langen Titel, den sich keiner auswendig merken wird – ist super.“ Stefan Schmitzer, Fixpoetry.

„Zu den imponierendsten Facetten von Sandigs Lyriksammlung zählen Variationen auf Grimmsche Märchen, begonnen bei ‚Schneeweißchen und Rosenrot‘ bis hin zu ‚Frau Holle‘ und ‚Der Wolf und die sieben Geißlein‘. Sie modernisiert diese Klassiker mit einer bewundernswerten Rafinesse.“ Ulf Heise, Freie Presse Chemnitz.

„Ulrike Almut Sandig glänzt in ihren jüngsten Gedichten durch Konkretheit.“ Leipziger Volkszeitung.

Über das Buch gegen das Verschwinden:

„Ein Schweizer, eben noch Wanderbegleiter, geht im Sturm verloren. Ganze Dörfer samt Kirche verschwinden wegen der Braunkohle. Ein Mann verschwindet in seiner Krankheit, und die Familie wendet sich ab. Doch nirgendwo findet sich eine Spur Pathos oder Selbstmitleid. Sparsam setzt Sandig die Gegenstände des neuen Lebens ins Licht, die Krücken, den Rollator. So dezent, dass man sich selbst zusammenreimen muss, dass es bergab, nicht bergauf geht. (…) Sandigs scheinbar stolperlose, bildhafte, weiche Sprache kennt Sätze, die alles verdichten und verändern.“ Anja Hirsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Klar und hart sind die Sätze, überlegt und durchdacht die Szenen, ausgefeilt die Erzählstrukturen. Und doch findet Ulrike Almut Sandig einen Ton, der jede ihrer Geschichten (die Gattungsbezeichnung ist bewusst gewählt als Kontrast zur Short Story) in einer schwebenden Ambivalenz hält: Sicher, man könnte als das realistisch lesen; es gäbe für alles, was geschieht, eine rationale Erklärung. Und doch sickert in die Grundfesten des Plausiblen immer wieder eine Form von Unheimlichkeit und Restunerfindlichkeit ein. Sandig torpediert Gewissheiten, die ihrer Figuren und die ihrer Leser.“ Christoph Schröder, ZEIT Online

„Ja, zum Schwindeligwerden ist dieses auf gegenwärtige Weise romantische Buch voller unlösbarer Rätsel, und gerade das macht es so schön. Nein, nicht nur schön. Auch melancholisch, böse, rührend sind diese Geschichten vom Verschwinden, die sich ›gegen das Verschwinden‹ richten. (…) Ulrike Almut Sandig verfügt über eine erstaunliche Sprache und hat, wie es aussieht, den Menschen ziemlich tief in die Seele geschaut. Doch ist es der schöpfungsgeschichtliche Subtext, der ihrem ›Buch gegen das Verschwinden‹ das überzeitliche Surplus verleiht. Lesend fühlt man sich immer leicht neben der Spur. Das ist ein gutes, komplexes Gefühl.“ Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung.

Ulrike Almut Sandig ist mit dem Buch gegen das Verschwinden der gewagte Versuch geglückt, persönliche Schicksale distanziert und doch nahbar darzustellen. Der mitunter melancholische Stil ist nicht frei von komischen Momenten, wird seinen Figuren gerecht und ist niemals unangemessen. Neben dem Identifikationspotenzial der ProtagonistInnen ist es die durchdachte Struktur des Bandes, die ihn zu einem großen Lesevergnügen macht. Constantin Mauf, Geschichtensichten.

„ihre Sätze machen kein Getue, sie sind leise, unangestrengt, melodiös. Und: Diese Prosa wird nicht prosaisch. ‚Wirklichkeit‘ lässt sich keinesfalls auf deren messbare Elemente reduzieren. Wo Unermessbares wie Angst, verzweiflung, Traum und Wunsch entfaltet wird, gleiten die Geschichten ins Surreale. Das ist keine Fluchtbewegung. Das ist eine Möglichkeit, Wirklichkeit zu vertiefen.“ Sabine Peters, Deutschlandfunk.

„Die Idee des Bandes entfaltet sich mit aller Kraft: Indem die Autorin vom Entgleiten schreibt, gibt sie ihm zugleich wieder einen Platz. Diese Dialektik verleiht dem BUCH GEGEN DAS VERSCHWINDEN seine innere Spannung. Einer solchen Poetik, die die Lücke als Potenzial begreift, wohnt nicht nur Archivarisches inne. Vielmehr hat sie etwas Tröstliches, insofern sie dem Abhandengekommenen einen Sinn gibt.“ Björn Hayer, Der Tagesspiegel.

„Ulrike Almut Sandig erzählt Geschichten vom Verschwinden. Hintergründig und voller Rätsel. Es sind keine leicht konsumierbaren Prosa-Stücke, sondern Erzählungen, die mit Aufmerksamkeit gelesen sein wollen, damit deren Feinheiten nicht so entgleiten, wie die Menschen, von denen die Texte (…) berichten.“ Kai Agthe, Berliner Zeitung.

„Das Besondere ist Ulrike Almut Sandigs Umgang mit dem Erzählen und zugleich mit dem Thema Verschwinden: Sie behandelt ihre Literatur wie eine literarische Versuchsanordnung, weil sie fragt: was benötigt eine Geschichte, um das Verschwinden zu bannen, also ein Schreiben gegen das Verschwinden.“ Michael Hametner, MDR Figaro.

„Ulrike Almut Sandig is a master storyteller who writes in beautiful poetic prose. The six substantial short stories that make up this flawlessly crafted collection all deal with different forms of disappearance and disappearing worlds.
(…) Sandig presents the reader with a sequence of intriguing characters whose responses to their curious predicaments generate an array of insights into human behaviour and relationships. Her self-conscious writing style adds to the charm of the stories, encouraging the reader to share in the creative process. Sandig’s perfectly poised narrative continues at just the right pace for readers to appreciate the exquisite detail of her writing. This innovative collection is an absolute delight from start to finish.“ New Books in German.

„Auf dem Papier kann gelingen, was in der Wirklichkeit nicht gelingt. (Sandig) ist überzeugt, ‚dass nur das Erzählen von Geschichten uns diese nicht ausrottbare, zerbrechliche Tierart nahebringt, die der Mensch ist‘. Mehrfach mischt sie sich als Autorin in die Handlung ein, stellt Figuren kommentierend in eine Distanz und behauptet, etwas nicht zu wissen. Dabei hat sie doch das Spiel in der Hand. Sie spielt es gekonnt. Die Sprache folgt mit erstaunlicher Leichtigkeit einer eigenen Melodie. Poetische Bilder vermitteln die besondere Atmosphäre der Texte.“ Karin Großmann — Sächsische Zeitung.

„Ulrike Almut Sandig erzählt vom Verschwinden – variationsreich, eindringlich, suggestiv. Man mag nicht mehr aufhören zu lesen.“ — Gabi Rüth, WDR5 Scala.

„Dass bei ihren Figuren die Wahrnehmung zu verschwimmen scheint, sorgt für einen ganz eigenen Reiz, der den Leser unweigerlich in den Bann dieser Geschichten zieht, die thematisch so schwer und doch so leicht geschrieben sind.“ Kai Agthe, Mitteldeutsche Zeitung.

„Phantasie und Realität verzahnen sich außerordentlich kunstvoll, die Grenze dazwischen ist weder unverrückbar noch ein Ding von Dauer und verläuft oft außerhalb der Wahrnehmung.“ Ingrid Mylo, Badische Zeitung.

„Hier begegnen Wunsch und Wirklichkeit einander im Möglichen – einem Ort des Verschwindens. Oder des Erkennens.“ Janine Fleischer, Leipziger Volkszeitung.

„Die Figuren im Buch sind die Erzähler ihrer eigenen Geschichte, haben so eine zweite Chance. Wo, wenn nicht in der Literatur, lässt sich das Leben umschreiben.“ Märkische Allgemeine Zeitung.

„Das Thema Demenz wird hier mit so viel Würde, Romantik und Erhabenheit behandelt, wie es selten gelungen ist.“ — Michael Kraft, Shitesite.

„Für viele Schriftsteller zählt nur der Roman. Alles andere ist Vorübung, Hinführung, Testgelände. Ulrike Almut Sandig hingegen bekennt sich ausdrücklich zur kleinen Form. Nach einigen hoch gelobten Lyrikbänden, zuletzt ‚Dickicht‘ (2011) und ihrem Prosadebüt ‚Flamingos‘ (2010) legt die 35-Jährige Leipzigerin nun ihre zweite Geschichtensammlung vor. In ‚Buch gegen das Verschwinden‘ zeichnet sie in dem ihr eigenen, zwischen Realismus und Märchenton pendelnden Stil Menschen in Umbruchsituationen und liefert zugleich eine kleine Poetik ihres Erzählens: Geschichtenerzählen als Trost, als Wirklichkeitsdämpfer, als Mittel zur Identitätsbildung.“ — Thomas Klingebiel, Neue Westfälische.

„Sorgfältig gebaute Prosatexte. Glashart.“ — Tip Berlin.

„Dieser Erzählband hält warm, obwohl es in manchen der Geschichten bitterkalt zugeht.“ — HR2 Buch der Woche.

„Die Idee des Bandes entfaltet sich mit aller Kraft: Indem die Autorin vom Entgleiten schreibt, gibt sie ihm zugleich wieder einen Platz. Diese Dialektik verleiht dem ‚Buch gegen das Verschwinden‘ seine innere Spannung. Einer solchen Poetik, die die Lücke als Potenzial begreift, wohnt nicht nur Archivarisches inne. Vielmehr hat sie etwas Tröstliches, insofern sie dem Abhandengekommenen einen Sinn gibt.“ — Björn Hayer, Tagesspiegel.

Über Unter Wasser:

„Es ist eine Tragödie, doch der Erzählton bleibt leicht, geprägt von Unmittelbarkeit und Humor.“ — NDR info Hörspielredaktion.

Über Märzwald:

„Ein Fallen, ein Schweifen, ein Flügelschlag: Ulrike Almut Sandigs Gedichte sind ein federndes Umkreisen des Ich. Lyrik in ihrer schönsten Form ist das, eine poetische Selbstbegegnung.“ — Sascha Conrad, arte.

„Manchmal will man mitsingen und -tanzen, aber bevor man sich zu sehr an ein Gefühl gewöhnt hat, drehen die beiden Damen einem das Hirn wieder in eine andere Richtung.“ — Marlis Schaum, Deutsche Welle.

„Man fällt einfach hinein in den Märzwald.“ — Claudia Cosmo, Deutschlandfunk.

„Zum Mitkreiseln, Mitzittern, Mitflirren. Einfach schön.“ — Karoline Laarmann, WDR EinsLive.

„Wer Modern Talking für den Gipfel der abendländischen Musikgeschichte hält, wird mit „Märzwald“ wenig anfangen können. Anspruchsvoller Pop spielt jedoch mit der Genre-eigenen Trivialität – und eben das tun auch Sandig und Pelny. Auf den 22 kurzen Tracks von „Märzwald“ treiben sie ein ziemlich raffiniertes Spiel mit Oberflächlichkeit und Tiefsinn, bei dem lediglich die Kategorien „U“ und „E“ endgültig ihre Bedeutung verlieren.“ — Olaf Schmidt, Kreuzer.

„Die Stücke sind zugleich formal progressiv wie angenehm anzuhören. „Märzwald“ ist eine durch und durch ungewöhnliche Produktion, die die Grenzen zwischen den Genres ins Fließen bringt.“

„Das ist eine leise Poesie, die vogelgleich für kurze Dauer eingefangen wird im Feedback einer akustischen Gitarre, und die von magischer Elektronik ins imaginäre Reich endloser Loop-Schleifen übertragen wird.“ — Peter Geiger, Mittelbayerische Zeitung.

„Auf dem nun erschienenen Album gehen Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny ein im besten Sinne schillersches Vorhaben an: Mit ruhiger Stimme und sanftem Rhythmus vorgetragen, von einer akustischen Gitarre oder einem Loopsound unterlegt, entsteht in diesen Gedichten eine Ahnung von Schönheit, dem ästhetischen Zustand als Ruhepol zwischen allen Empfindungen nicht unähnlich. Klang und Form bilden an den gelungensten Stellen eine untrennbare Einheit, die wie eine Flaschenpost auf ein imaginäres Ziel hinschwimmt und gleichzeitig fest auf literarischem Grund verwurzelt ist.“ — Fabian Thomas, The Daily Frown.

Über Dickicht:

„Sandigs Gedichte sind anmutig, überraschend und neu.“ — Matthias Kußmann, SWR2.

„Dickicht ist ein konzeptuell durchdachter Band voller Musikalität, Witz, Sehnsucht und Schönheit.“ — Marie T. Martin, fixpoetry.com.

„Und so verhält es sich mit allem, was verloren, vergessen, verschwunden ist: Indem es als Nichtvorhandenes benannt wird, ist es wieder vorhanden. Diese Dialektik bestimmt den ganzen Gedichtband mit der Gliederung in die Abschnitte „Norden“ und „Süden“, und sie bestimmt den Ablauf zahlreicher Gedichte. Gern stellt die Autorin Gedicht und Gegengedicht antithetisch einander gegenüber. In dieser Form präsentieren sich etwa zwei Gedichte über das, was vermeintlich feststeht, was also bleibt. Aber am Ende steht doch fest, „dass nichts / fest stand, auch das war ja immer noch da“. Dialektische Verwirrung stiften auch die beiden furios komischen Texte über das „Sie sagen“ respektive das „du sagen“ zwischen Herr und Hund, wobei kaum noch widerspruchsfrei zu entscheiden ist, wann der Herr und wann der Hund sich über die Anredeform des Partners beschwert. So sieht sich der Leser immer wieder ins Dickicht des Widersprüchlichen verwiesen. Mit guten Gründen hat die Metapher des Dickichts dem Band seinen Titel gegeben. Das Dickicht ist allgegenwärtig: in den Hochhäusern, in der Luft, und es wuchert auch in der Brust: „ich wünsch mir kein Dickicht mehr / in uns hinein, nur noch um uns herum“. Auch das Gedicht selbst will durchdrungen, verstanden werden; es ist selbst das Dickicht.“ — Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

„Steam-Punk, der die stille Seele dreht und schiebt und sperrt.“ — KK, Literaturseiten München.

„Hier ist es wieder zu hören, das trancehafte Murmeln, somnambule Flüstern und traumversunkene Beiseite-Sprechen, das bereits den Band „Streumen“ kennzeichnete.“ — Michael Braun, Der Tagesspiegel.

„Fein komponiert hat die Leipziger Lyrikerin Ulrike Almut Sandig ihren dritten Gedichtband. Mit Sprachmusik antwortet sie auf Melodien des israelischen Komponisten Paul Ben-Haim. Echos von Wiegenliedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ tönen durch ein Dickicht, das mal dem Kafkaschen Labyrinth gleicht, mal dem Refugium der Emily Dickinson im Graswald zwischen Immer und Nie. […] Wie man dem „inneren“ Dickicht entkommt, das paradoxerweise seinem Gegenstück, der Leere, gleicht, wird zentrales Thema.“ — Dorothea von Törne, Die Welt.

„Das Bemerkenswerte an Sandigs Lyrik ist dabei: Sie bedarf keiner kühnen Metaphorik, kaum einmal ausgefallener Wortbildungen, keiner Reime und strengen Formen. Ihr Zauber beruht vielmehr auf einem sprechenden Ich, das sozusagen mit beiden Beinen in der Realität steht und gleichzeitig mit dem Kopf in die Sphären des Träumerischen, Imaginären, Fanstastischen vorstößt. Im lyrischen Augenblick schießt das scheinbar Disparate zusammen und wirkt wie das Selbstverständlichste der Welt.“ — Andreas Wirthensohn, die tageszeitung.

„Streng die Form, karg die Seiten. Worte in homöopathischen Dosen. Elegant, introvertiert – und immer: leise sehnsüchtig. […] Ein Gedichtband, den man leise lesen sollte – um sich dann still daran zu freuen.“ — Eva-Maria Lemke, NDR.

Über Flamingos:

„Ulrike Almut Sandig aber fällt aus dem Rahmen. Sie bricht mit den Erzählungen des Bandes „Flamingos“ aus der kleinen Welt des Alltags. Sie spielt mit Erzählmustern und setzt die Fantasie ins Recht. Damit schafft sie mühelos den Sprung ins Reich der Unvernunft und der abenteuerlichen Denkwelten, eng wird es hier nie.“ — Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten.

„Sandig schreibt schöne Sätze mit schönen Bildern. Den Kleist-Preis wird sie deswegen nicht kriegen, für den ist sie damit deutlich überqualifiziert.“ — Elmar Krekeler, Die Welt.

„Tatsächlich sind ihre Texte so lebendig, so anschauungsgesättigt, dass es dem Leser überlassen bleibt, den einfachen oder doppelten Leseweg einzuschlagen, die Szenen vom Sterben eines alten Mannes, die Geschichte kindlichen Missverstehens oder die Bilder vom langsamen Abschied einer blinden Cellospielerin zusammen mit dem dazugehörigen Gedankenspiel über die Falltüren realistischen Erzählens zu lesen oder nicht.“ — Sibylle Cramer, Süddeutsche Zeitung.

„Ihre Geschichten sind, obwohl sie surreal, unwahrscheinlich, übermäßig verstörend daherkommen, große Beunruhigungen für schwache Herzen. Sie konfrontieren uns mit Alptraumängsten.“ — Jan Drees, WDR 1Live.

„Sie ist keine polternde Schreiberin, sondern eine leise, aber intensive Prosa-Poetin. Mit FLAMINGOS spielt sie nun wohl in ihrer ganz eigenen Liga. Mehr von diesem Stoff!“ — Eva Umbauer, ORF.

„Je weiter sich die Protagonisten dieser Prosa in die Welt hineintasten, desto tiefer zieht sich ein Riss durch die sich immer mehr verrätselnde Welt.“ — Michael Braun, Basler Zeitung.

„Sandigs Geschichten haben eine Märchenebene; sie bewegen sich auf diversen Anspielungsfeldern, vermischen Surreales, Unwahrscheinliches und Mögliches auf plausible Weise. Sorgfältig gebaut sind sie dennoch. Gelernt ist gelernt.“ — Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau

„Hier die tierische Natur, dort die menschliche Intelligenz – diese Vorstellung erhält Risse. In eine mit fremdem Blick gesehene Wirklichkeit führen alle Geschichten Ulrike Almut Sandigs.“ — Sibylle Cramer, WDR.

„Jedes Wort ist mit Bedacht gesetzt und dabei von beneidenswerter Leichtigkeit.“ — Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland.