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Mensch
Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren, wuchs in Nauwalde (D, Sachsen) auf. 2001 gründete sie mit der Songwriterin Marlen Pelny die Literaturprojekte augenpost und ohrenpost, für die sie Gedichte an Leipziger Bauzäune klebte, auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete und erste Lesekonzerte gab. 2005 schloss sie ein Magisterstudium der Religionswissenschaft und modernen Indologie in Leipzig ab. Von 2007 bis 2009 gab sie gemeinsam mit Jan Kuhlbrodt die Literaturzeitschrift EDIT heraus, 2010 schloss sie ihr Diplomstudium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig ab. 2011 und 2012 stellt sie in der Dresdener Zeitschrift Ostragehege neue Lyrik vor.
Sandig schreibt Hörspiele, Erzählungen und Gedichte; allein oder mit Marlen Pelny im Programm “Dichtung für die Freunde der Popmusik” tourt sie durch Clubs und Literaturhäuser. Zu Hause ist sie in Leipzig und Berlin.
Preiselbeeren
2006 Lyrikpreis Meran, Hertha Koenig-Förderpreis (Laudatio von Ulla Hahn)
2007 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Aufenthaltsstipendium in Sydney
2008 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben, Ernst Meister-Förderpreis der Stadt Hagen
2009 Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen (Laudatio von Ulrike Draesner), Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt, Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin
2010 Silberschweinpreis des Literaturfestivals Lit.Cologne, Aufenthaltsstipendium im Bodman-Haus Gottlieben (CH), Stadtschreiberin in Helsinki, Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage
2012 Märkisches Stipendium für Literatur (Prosa), Droste-Förderpreis der Stadt Meersburg (Lyrik)
Meinungen
über Märzwald Ein Fallen, ein Schweifen, ein Flügelschlag: Ulrike Almut Sandigs Gedichte sind ein federndes Umkreisen des Ich. Lyrik in ihrer schönsten Form ist das, eine poetische Selbstbegegnung. Sascha Conrad, arte
über Märzwald Manchmal will man mitsingen und -tanzen, aber bevor man sich zu sehr an ein Gefühl gewöhnt hat, drehen die beiden Damen einem das Hirn wieder in eine andere Richtung. Marlis Schaum, Deutsche Welle.
über Märzwald Man fällt einfach hinein in den Märzwald. Claudia Cosmo, Deutschlandfunk.
über Märzwald Zum Mitkreiseln, Mitzittern, Mitflirren. Einfach schön. Karoline Laarmann, WDR EinsLive.
über Märzwald Wer Modern Talking für den Gipfel der abendländischen Musikgeschichte hält, wird mit “Märzwald” wenig anfangen können. Anspruchsvoller Pop spielt jedoch mit der Genre-eigenen Trivialität – und eben das tun auch Sandig und Pelny. Auf den 22 kurzen Tracks von “Märzwald” treiben sie ein ziemlich raffiniertes Spiel mit Oberflächlichkeit und Tiefsinn, bei dem lediglich die Kategorien “U” und “E” endgültig ihre Bedeutung verlieren. Olaf Schmidt, Kreuzer.
über Märzwald Die Stücke sind zugleich formal progressiv wie angenehm anzuhören. „März wald“ ist eine durch und durch ungewöhnliche Produktion, die die Grenzen zwischen den Genres ins Fließen bringt. Elke Koepping, L-Mag.
über Märzwald Das ist eine leise Poesie, die vogelgleich für kurze Dauer eingefangen wird im Feedback einer akustischen Gitarre, und die von magischer Elektronik ins imaginäre Reich endloser Loop-Schleifen übertragen wird. Peter Geiger, Mittelbayerische Zeitung.
über Märzwald Auf dem nun erschienenen Album gehen Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny ein im besten Sinne schillersches Vorhaben an: Mit ruhiger Stimme und sanftem Rhythmus vorgetragen, von einer akustischen Gitarre oder einem Loopsound unterlegt, entsteht in diesen Gedichten eine Ahnung von Schönheit, dem ästhetischen Zustand als Ruhepol zwischen allen Empfindungen nicht unähnlich. Klang und Form bilden an den gelungensten Stellen eine untrennbare Einheit, die wie eine Flaschenpost auf ein imaginäres Ziel hinschwimmt und gleichzeitig fest auf literarischem Grund verwurzelt ist. Fabian Thomas, The Daily Frown.
über Dickicht Sandigs Gedichte sind anmutig, überraschend und neu. Matthias Kußmann, SWR2.
über Dickicht „Dickicht“ ist ein konzeptuell durchdachter Band voller Musikalität, Witz, Sehnsucht und Schönheit. Marie T. Martin, fixpoetry.com.
über Dickicht Und so verhält es sich mit allem, was verloren, vergessen, verschwunden ist: Indem es als Nichtvorhandenes benannt wird, ist es wieder vorhanden. Diese Dialektik bestimmt den ganzen Gedichtband mit der Gliederung in die Abschnitte „Norden“ und „Süden“, und sie bestimmt den Ablauf zahlreicher Gedichte. Gern stellt die Autorin Gedicht und Gegengedicht antithetisch einander gegenüber. In dieser Form präsentieren sich etwa zwei Gedichte über das, was vermeintlich feststeht, was also bleibt. Aber am Ende steht doch fest, „dass nichts / fest stand, auch das war ja immer noch da“. Dialektische Verwirrung stiften auch die beiden furios komischen Texte über das „Sie sagen“ respektive das „du sagen“ zwischen Herr und Hund, wobei kaum noch widerspruchsfrei zu entscheiden ist, wann der Herr und wann der Hund sich über die Anredeform des Partners beschwert. So sieht sich der Leser immer wieder ins Dickicht des Widersprüchlichen verwiesen. Mit guten Gründen hat die Metapher des Dickichts dem Band seinen Titel gegeben. Das Dickicht ist allgegenwärtig: in den Hochhäusern, in der Luft, und es wuchert auch in der Brust: „ich wünsch mir kein Dickicht mehr / in uns hinein, nur noch um uns herum“. Auch das Gedicht selbst will durchdrungen, verstanden werden; es ist selbst das Dickicht. Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung.
über Dickicht Steam-Punk, der die stille Seele dreht und schiebt und sperrt. KK, Literaturseiten München.
über Dickicht Hier ist es wieder zu hören, das trancehafte Murmeln, somnambule Flüstern und traumversunkene Beiseite-Sprechen, das bereits den Band “Streumen” kennzeichnete. Michael Braun, Der Tagesspiegel.
über Dickicht Fein komponiert hat die Leipziger Lyrikerin Ulrike Almut Sandig ihren dritten Gedichtband. Mit Sprachmusik antwortet sie auf Melodien des israelischen Komponisten Paul Ben-Haim. Echos von Wiegenliedern aus “Des Knaben Wunderhorn” tönen durch ein Dickicht, das mal dem Kafkaschen Labyrinth gleicht, mal dem Refugium der Emily Dickinson im Graswald zwischen Immer und Nie. [...] Wie man dem “inneren” Dickicht entkommt, das paradoxerweise seinem Gegenstück, der Leere, gleicht, wird zentrales Thema. Dorothea von Törne, Die Welt.
über Dickicht Das Bemerkenswerte an Sandigs Lyrik ist dabei: Sie bedarf keiner kühnen Metaphorik, kaum einmal ausgefallener Wortbildungen, keiner Reime und strengen Formen. Ihr Zauber beruht vielmehr auf einem sprechenden Ich, das sozusagen mit beiden Beinen in der Realität steht und gleichzeitig mit dem Kopf in die Sphären des Träumerischen, Imaginären, Fanstastischen vorstößt. Im lyrischen Augenblick schießt das scheinbar Disparate zusammen und wirkt wie das Selbstverständlichste der Welt. Andreas Wirthensohn, die tageszeitung.
über Dickicht Streng die Form, karg die Seiten. Worte in homöopathischen Dosen. Elegant, introvertiert – und immer: leise sehnsüchtig. [...] Ein Gedichtband, den man leise lesen sollte – um sich dann still daran zu freuen. Eva-Maria Lemke, NDR.
über Flamingos Ulrike Almut Sandig aber fällt aus dem Rahmen. Sie bricht mit den Erzählungen des Bandes „Flamingos“ aus der kleinen Welt des Alltags. Sie spielt mit Erzählmustern und setzt die Fantasie ins Recht. Damit schafft sie mühelos den Sprung ins Reich der Unvernunft und der abenteuerlichen Denkwelten, eng wird es hier nie. Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten.
über Flamingos Sandig schreibt schöne Sätze mit schönen Bildern. Den Kleist-Preis wird sie deswegen nicht kriegen, für den ist sie damit deutlich überqualifiziert. Elmar Krekeler, Die Welt.
über Flamingos Tatsächlich sind ihre Texte so lebendig, so anschauungsgesättigt, dass es dem Leser überlassen bleibt, den einfachen oder doppelten Leseweg einzuschlagen, die Szenen vom Sterben eines alten Mannes, die Geschichte kindlichen Missverstehens oder die Bilder vom langsamen Abschied einer blinden Cellospielerin zusammen mit dem dazugehörigen Gedankenspiel über die Falltüren realistischen Erzählens zu lesen oder nicht. Sibylle Cramer, Süddeutsche Zeitung.
über Flamingos Ihre Geschichten sind, obwohl sie surreal, unwahrscheinlich, übermäßig verstörend daherkommen, große Beunruhigungen für schwache Herzen. Sie konfrontieren uns mit Alptraumängsten. Jan Drees, WDR 1Live.
über Flamingos Sie ist keine polternde Schreiberin, sondern eine leise, aber intensive Prosa-Poetin. Mit FLAMINGOS spielt sie nun wohl in ihrer ganz eigenen Liga. Mehr von diesem Stoff! Eva Umbauer, ORF.
über Flamingos Je weiter sich die Protagonisten dieser Prosa in die Welt hineintasten, desto tiefer zieht sich ein Riss durch die sich immer mehr verrätselnde Welt. Michael Braun, Basler Zeitung.
über Flamingos Sandigs Geschichten haben eine Märchenebene; sie bewegen sich auf diversen Anspielungsfeldern, vermischen Surreales, Unwahrscheinliches und Mögliches auf plausible Weise. Sorgfältig gebaut sind sie dennoch. Gelernt ist gelernt. Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau
über Flamingos Hier die tierische Natur, dort die menschliche Intelligenz – diese Vorstellung erhält Risse. In eine mit fremdem Blick gesehene Wirklichkeit führen alle Geschichten Ulrike Almut Sandigs. Sibylle Cramer, WDR.
über Flamingos Jedes Wort ist mit Bedacht gesetzt und dabei von beneidenswerter Leichtigkeit. Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland.